Das Wichtigste in Kürze
- Wellenlänge 1064 nm: die längste der gängigen Haarentfernungs-Laser.
- Geringe Melanin-Absorption in der Oberhaut, daher schonend für Hauttyp IV–VI.
- Dringt tief ein und erreicht auch tief liegende, kräftige Haarwurzeln.
- Bei feinem oder hellem Haar weniger wirksam.
- Wird oft als intensiver empfunden, gute Kühlung ist entscheidend.
Inhaltsverzeichnis 7 Abschnitte
Kurzantwort
Der Nd:YAG-Laser arbeitet mit 1064 nm, der längsten Wellenlänge unter den gängigen Haarentfernungs-Lasern. Sein Licht wird von der Oberhaut kaum aufgenommen und erreicht tief liegende Haarwurzeln. Das macht ihn zur sichersten Laseroption für dunkle Haut (Hauttyp IV–VI). Bei feinem oder hellem Haar wirkt er dagegen schwächer als Alexandrit- oder Diodenlaser.
Lange galt Laser-Haarentfernung als Methode für helle Haut mit dunklem Haar. Der Nd:YAG-Laser hat das geändert. Er ermöglicht auch Menschen mit dunklerem Teint eine wirksame und sichere Behandlung. Hier erfahren Sie, warum das so ist und worauf Sie achten sollten.
Wie der Nd:YAG-Laser funktioniert
Das Kürzel steht für Neodym-dotiertes Yttrium-Aluminium-Granat, den Kristall, der das Laserlicht erzeugt. Wie alle Haarentfernungs-Laser zielt er auf das Melanin im Haarfollikel. Der Unterschied liegt in der Wellenlänge: Mit 1064 nm wird das Licht vergleichsweise schwach vom Melanin aufgenommen. Das klingt nach einem Nachteil, ist bei dunkler Haut aber ein Vorteil.
Dunkle Haut enthält auch in der Oberhaut viel Melanin. Bei kürzeren Wellenlängen würde diese Schicht viel Energie aufnehmen und sich erwärmen, mit dem Risiko von Verbrennungen oder Pigmentveränderungen. Das langwellige Nd:YAG-Licht durchdringt die Oberhaut weitgehend und gibt seine Energie erst in der Tiefe am Follikel ab.
Für wen der Nd:YAG-Laser geeignet ist
- Hauttyp IV–VI: erste Wahl, wenn ein Laser eingesetzt werden soll
- Gebräunte Haut: wenn sich eine Behandlung nicht verschieben lässt, ist Nd:YAG oft die vorsichtigere Option (Sonnenpause bleibt trotzdem sinnvoll)
- Kräftiges, tief liegendes Haar: zum Beispiel Bart, Rücken, Beine
- Eingewachsene Haare: bei Neigung zu Rasurpickeln oder Pseudofollikulitis
Wann Nd:YAG weniger ideal ist
- Feines, dünnes Haar: enthält zu wenig Pigment für die schwach absorbierte Wellenlänge
- Helle Haut mit dunklem Haar: hier sind Alexandrit oder Diode in der Regel effektiver
- Blonde, rote, graue Haare: sprechen bei keinem Laser zuverlässig an
Nd:YAG im Vergleich zu Diode und Alexandrit
| Kriterium | Nd:YAG | Diode | Alexandrit |
|---|---|---|---|
| Wellenlänge | 1064 nm | meist 808 nm | 755 nm |
| Eindringtiefe | tief | mittel bis tief | mittel |
| Melanin-Absorption | gering | hoch | sehr hoch |
| Ideale Hauttypen | IV–VI (I–VI möglich) | I–V | I–III |
| Feines Haar | schwach | gut | sehr gut |
| Empfinden | eher intensiv | meist gut | mittel |
Schmerz und Kühlung
Weil der Nd:YAG tiefer wirkt und höhere Energien nötig sind, empfinden viele die Impulse als etwas kräftiger. Eine gute Kontakt- oder Luftkühlung ist deshalb besonders wichtig. In der Praxis wird mit Testimpulsen begonnen und die Energie schrittweise angepasst. Mehr dazu in Tut Laser-Haarentfernung weh?
Sitzungen und Erwartungen
Rechnen Sie mit 6 bis 10 Sitzungen im Abstand von 4 bis 8 Wochen. Bei sehr dichtem, kräftigem Haar, etwa am Bart oder am Rücken, liegen Sie eher am oberen Ende. Wie bei allen Lasern sprechen nur Haare in der Wachstumsphase an. Warum das zu einer Serie führt, erklärt Wie viele Sitzungen braucht man?
Praxistipp: Viele moderne Geräte kombinieren Nd:YAG mit Diode und Alexandrit. So kann die behandelnde Fachkraft die Wellenlängen-Mischung an Ihren Hauttyp und jede Zone anpassen. Fragen Sie im Beratungsgespräch gezielt nach.
Ausführlich für dunklere Hauttypen: Laser-Haarentfernung bei dunkler Haut.
Weitere Vergleiche: Alexandrit vs. Diode · IPL vs. Laser · Welcher Laser ist der beste?
Häufige Fragen
Ist der Nd:YAG-Laser für jeden Hauttyp geeignet?
Er kann bei allen Hauttypen von I bis VI eingesetzt werden und ist vor allem bei dunkler Haut die sicherste Laseroption. Bei heller Haut mit feinem Haar sind Alexandrit- oder Diodenlaser jedoch meist wirksamer.
Tut der Nd:YAG-Laser mehr weh?
Viele empfinden ihn als etwas intensiver, weil er tiefer wirkt und höhere Energien nötig sind. Moderne Geräte mit Kontaktkühlung reduzieren das deutlich. Kleine Testimpulse helfen, die richtige Einstellung zu finden.
Wie viele Sitzungen braucht man mit Nd:YAG?
Meist 6–10 Sitzungen, bei dunkler Haut und kräftigem Haar eher am oberen Ende. Die Abstände betragen je nach Zone 4–8 Wochen.
Kann Nd:YAG eingewachsene Haare und Rasurpickel verbessern?
Häufig ja. Gerade bei dunkler Haut mit kräftigem, lockigem Haar leiden viele unter eingewachsenen Haaren (Pseudofollikulitis). Wird die Haardichte reduziert, bessert sich das oft deutlich.
