Das Wichtigste in Kürze
- Alexandrit (755 nm): sehr starke Melanin-Absorption, ideal für helle Haut (Typ I–III) und auch feineres dunkles Haar.
- Diode (meist 808 nm): tiefer und vielseitiger, geeignet für Hauttyp I–V.
- Bei dunkler Haut (V–VI) ist der Nd:YAG-Laser (1064 nm) meist die sicherere Wahl.
- Moderne Kombigeräte vereinen mehrere Wellenlängen in einem Handstück.
- Wichtiger als der Gerätetyp: richtige Einstellung und Fachkunde.
Inhaltsverzeichnis 8 Abschnitte
Kurzantwort
Der Alexandritlaser (755 nm) wird besonders stark vom Melanin aufgenommen und ist sehr effektiv bei heller Haut und dunklem, auch feinerem Haar. Der Diodenlaser (meist 808 nm) dringt etwas tiefer ein, ist vielseitiger und für mehr Hauttypen geeignet. Bei sehr dunkler Haut ist meist ein Nd:YAG-Laser die bessere Wahl.
Alexandrit- und Diodenlaser sind die beiden meistgenutzten Systeme der professionellen Haarentfernung. Beide gelten als wirksam und sicher, aber nicht für jede Person gleichermaßen. Entscheidend ist der Kontrast zwischen Haut- und Haarfarbe.
Wie beide Laser funktionieren
Beide nutzen das Prinzip der selektiven Photothermolyse: Licht einer bestimmten Wellenlänge wird vom dunklen Pigment im Haar aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Diese Wärme schädigt die Wachstumszellen der Haarwurzel, während die umgebende Haut durch Kühlung geschützt wird. Der Unterschied liegt in der Wellenlänge und damit darin, wie stark das Licht absorbiert wird und wie tief es eindringt.
Alexandritlaser (755 nm)
- Stärke: sehr hohe Melanin-Absorption, wirksam auch bei feinerem, dunklem Haar
- Ideal für: Hauttyp I–III mit dunklem Haar, Gesicht und Achseln
- Grenzen: bei gebräunter oder dunkler Haut (ab Typ IV) höheres Risiko für Pigmentveränderungen
- Kühlung: meist Kaltluft oder Kryospray
Diodenlaser (meist 800–810 nm)
- Stärke: guter Kompromiss aus Absorption und Eindringtiefe
- Ideal für: Hauttyp I–V, große Zonen wie Beine und Rücken
- Grenzen: bei sehr feinem, hellem Haar weniger wirksam
- Kühlung: häufig Kontaktkühlung über das Handstück, teils mit Gleittechnik
Der Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Alexandrit | Diode |
|---|---|---|
| Wellenlänge | 755 nm | meist 808 nm |
| Melanin-Absorption | sehr hoch | hoch |
| Eindringtiefe | mittel | mittel bis tief |
| Hauttypen | I–III (IV mit Vorsicht) | I–V |
| Feines dunkles Haar | sehr gut | gut |
| Große Flächen | gut | sehr gut |
| Typische Sitzungen | 6–8 | 6–8 |
Für wen eignet sich welcher Laser?
Vereinfacht gilt: Je heller die Haut und je feiner das dunkle Haar, desto eher spricht das für den Alexandrit. Je dunkler die Haut oder je größer die Fläche, desto eher fällt die Wahl auf die Diode oder bei Typ V–VI auf den Nd:YAG-Laser.
Kombigeräte: das Beste aus beiden Welten?
Viele moderne Praxen arbeiten mit Geräten, die mehrere Wellenlängen kombinieren, etwa 755, 810 und 1064 nm in einem Handstück. Das erlaubt eine feinere Anpassung an Haut, Haar und Zone. Haare liegen je nach Körperstelle unterschiedlich tief, und verschiedene Wellenlängen erreichen verschiedene Tiefen. Ein Kombigerät ist aber kein Ersatz für Erfahrung: Auch hier entscheidet die richtige Einstellung über Wirkung und Sicherheit.
Wichtig: Fragen Sie vor der Behandlung, welches Gerät verwendet wird und ob die behandelnde Person die Fachkunde nach NiSV nachweisen kann. Eine Testbehandlung an einer kleinen Stelle zeigt, wie Ihre Haut reagiert.
Ergebnisse: Was realistisch ist
Mit beiden Lasern ist eine deutliche, langfristige Haarreduktion erreichbar. Die American Academy of Dermatology nennt nach der ersten Behandlung eine Reduktion von etwa 10 bis 25 %. Das volle Ergebnis entsteht erst über die Serie. Welche Faktoren die Dauer beeinflussen, lesen Sie in Wie viele Sitzungen braucht man? und Wie lange hält Laser-Haarentfernung?
Passend dazu: Diodenlaser im Detail
Häufige Fragen
Welcher Laser ist schmerzärmer, Alexandrit oder Diode?
Viele empfinden Diodenlaser mit Kontaktkühlung und Gleittechnik als angenehmer. Alexandritlaser arbeiten oft mit Kaltluftkühlung und kurzen, intensiven Impulsen. Die Kühlung und die Einstellungen spielen aber eine größere Rolle als die Wellenlänge selbst.
Ist ein Alexandritlaser für dunkle Haut geeignet?
Nur eingeschränkt. Weil 755 nm sehr stark von Melanin absorbiert wird, nimmt bei dunkler Haut auch die Oberhaut viel Energie auf. Ab Hauttyp IV ist besondere Vorsicht nötig, bei V–VI wird meist ein Nd:YAG- oder Diodenlaser bevorzugt.
Wirkt ein Diodenlaser bei hellen Haaren?
Kaum. Alle Laser brauchen Melanin im Haar. Blonde, rote, graue und weiße Haare sprechen bei Diode und Alexandrit gleichermaßen schlecht an. Bei hellblondem Haar bringt der Alexandrit tendenziell etwas mehr, eine Garantie gibt es aber nicht.
Was ist ein Triple-Wave- oder Kombilaser?
Kombigeräte geben mehrere Wellenlängen gleichzeitig oder umschaltbar ab, zum Beispiel 755, 810 und 1064 nm. So werden verschieden tief liegende Follikel erreicht, und die Einstellung lässt sich flexibler an Haut- und Haartyp anpassen.
