Das Wichtigste in Kürze
- Lichtempfindlich machende Medikamente (Photosensibilisierung) erhöhen das Risiko für Verbrennungen und Pigmentflecken.
- Dazu zählen zum Beispiel bestimmte Antibiotika, orale Retinoide und Aknemittel.
- Retinol, AHA und BHA auf der Haut etwa eine Woche vorher pausieren.
- Verschriebene Medikamente nie eigenmächtig absetzen: Termin verschieben statt Therapie abbrechen.
- Jede Medikamentenänderung beim Anbieter melden, auch pflanzliche Mittel.
Inhaltsverzeichnis 7 Abschnitte
Kurzantwort
Manche Medikamente machen die Haut lichtempfindlich und erhöhen beim Lasern das Risiko für Verbrennungen und Pigmentflecken. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Antibiotika, orale Retinoide und Aknemittel. Retinol und Säurepeelings auf der Haut sollten Sie etwa eine Woche vorher pausieren. Verschriebene Medikamente setzen Sie nie eigenmächtig ab: Verschieben Sie lieber den Termin.
Auf dem Fragebogen vor der ersten Sitzung steht fast immer die Frage nach Medikamenten. Das hat einen guten Grund: Laser und IPL arbeiten mit Licht und Wärme. Wenn ein Wirkstoff die Haut lichtempfindlicher macht, kann dieselbe Energie, die sonst gut vertragen wird, plötzlich zu Blasen oder Flecken führen. Hier erfahren Sie, welche Gruppen relevant sind und wie Sie richtig vorgehen.
Was Photosensibilisierung bedeutet
Photosensibilisierende Stoffe reagieren mit Licht und machen die Haut empfindlicher. Im Alltag zeigt sich das als ungewöhnlich schneller Sonnenbrand. Beim Lasern erhöht es das Risiko für Rötungen, Blasen, Krusten und dauerhafte Pigmentveränderungen. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit führt die Einnahme photosensibilisierender Medikamente ausdrücklich als Gegenanzeige für Laser- und IPL-Behandlungen auf und nennt als Beispiele bestimmte Antibiotika, orale Retinoide und Aknebehandlungen.
Die wichtigsten Gruppen im Überblick
| Gruppe | Beispiele | Üblicher Umgang |
|---|---|---|
| Antibiotika | Tetrazykline (z. B. Doxycyclin), Fluorchinolone (z. B. Ciprofloxacin) | Termin nach Ende der Einnahme |
| Orale Retinoide | Isotretinoin (Akne) | Zeitpunkt hautärztlich klären |
| Retinoide und Säuren auf der Haut | Retinol, Tretinoin, AHA, BHA | ca. 1 Woche vorher pausieren |
| Entwässernde Mittel | z. B. Hydrochlorothiazid | melden, nicht absetzen |
| Herzrhythmus-Mittel | z. B. Amiodaron | melden, ärztlich klären |
| Pflanzliche Mittel | Johanniskraut | melden, ggf. pausieren nach Absprache |
Die Liste ist nicht vollständig. Ob ein Präparat lichtempfindlich macht, steht in der Packungsbeilage unter den Nebenwirkungen, oft als „Lichtempfindlichkeit“ oder „Photosensibilität“. Im Zweifel hilft die Apotheke schnell weiter.
Niemals eigenmächtig absetzen: Blutdruckmittel, Herzmedikamente, Antidepressiva oder Antibiotika werden nicht für einen Kosmetiktermin unterbrochen. Verschieben Sie stattdessen die Sitzung oder klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob die Behandlung mit angepassten Einstellungen möglich ist.
Isotretinoin: die alte 6-Monats-Regel
Lange galt, nach einer Aknetherapie mit Isotretinoin 6 bis 12 Monate mit Laserbehandlungen zu warten. Diese Regel ging auf wenige kleine Fallserien aus den 1980er-Jahren zurück. Ein Expertengremium hat die Studienlage 2017 in einer systematischen Übersicht in JAMA Dermatology ausgewertet und fand keine ausreichenden Belege, die Laser-Haarentfernung bei aktueller oder kürzlich beendeter Isotretinoin-Einnahme zu verschieben.
In der Praxis handhaben Anbieter das unterschiedlich. Viele warten weiterhin einige Monate nach Therapieende, weil die Haut unter Isotretinoin trocken und empfindlich ist. Die Entscheidung gehört in die Hände Ihrer Hautärztin oder Ihres Hautarztes.
Hautpflege vor dem Termin
- 1 Woche vorher: Retinol, Retinoid-Cremes, Frucht- und Salicylsäure auf den Behandlungszonen pausieren, wie es auch das BAG empfiehlt.
- Einige Tage vorher: keine Peelings, kein Selbstbräuner, keine reizenden Produkte.
- Am Termin: Haut sauber, ohne Creme, Deo oder Make-up auf der Zone.
- Danach: mild pflegen, Sonnenschutz. Retinol erst wieder, wenn die Haut ganz ruhig ist.
Den vollständigen Fahrplan finden Sie in der Vorbereitungs-Checkliste und in der Nachsorge.
Betäubungscremes und Schmerzmittel
Betäubende Cremes können die Behandlung angenehmer machen, gehören aber nur nach Absprache auf die Haut. Großflächig und dick aufgetragen können sie Nebenwirkungen haben. Fragen Sie den Anbieter, welches Produkt und welche Menge er empfiehlt. Weitere Tipps gegen Schmerzen stehen in Tut Lasern weh?
Was Sie immer melden sollten
- neue Medikamente seit dem letzten Termin, auch kurzfristige wie Antibiotika,
- pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzung,
- Hormonänderungen: Pille abgesetzt oder gewechselt, Hormontherapie begonnen,
- Aknemittel, egal ob als Tablette oder Creme,
- Neigung zu Lippenherpes, Narbenbildung oder Pigmentflecken.
Weiterlesen: Nebenwirkungen verstehen · Laser und Sonne · PCOS und Hirsutismus
Häufige Fragen
Darf ich mit Antibiotika lasern?
Das hängt vom Wirkstoff ab. Einige Antibiotika, etwa aus der Gruppe der Tetrazykline wie Doxycyclin oder der Fluorchinolone, machen die Haut lichtempfindlich. Dann wird der Termin meist verschoben, bis die Einnahme beendet ist. Fragen Sie in der Apotheke nach, ob Ihr Präparat dazugehört.
Wie lange muss ich nach Isotretinoin warten?
Früher galt pauschal eine Wartezeit von 6–12 Monaten. Ein Expertenkonsens in JAMA Dermatology fand 2017 keine ausreichenden Belege dafür, die Laser-Haarentfernung deshalb zu verschieben. Viele Anbieter warten trotzdem einige Monate. Entscheiden Sie das gemeinsam mit Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt.
Muss ich Retinol-Creme vor dem Lasern absetzen?
Ja, auf den zu behandelnden Stellen. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit rät, reizende und lichtempfindlich machende Produkte wie Retinol, Retinoide, AHA und BHA eine Woche vor der Behandlung zu meiden.
Ist die Antibabypille ein Problem?
Nein. Hormonelle Verhütung ist kein Hinderungsgrund. Sie kann aber den Haarwuchs beeinflussen. Ein Wechsel oder Absetzen sollte deshalb erwähnt werden.
Darf ich vor dem Lasern Schmerzmittel nehmen?
Fragen Sie vorher nach. Einige Schmerzmittel können die Lichtempfindlichkeit leicht erhöhen, und betäubende Cremes sollten nur nach Absprache und in der empfohlenen Menge verwendet werden.
